Bayern soll gentechnikfreie Region werden!
10.3.2010Umweltinstitut München stellt Forderung an den bayrischen Umweltminister
In seinem jüngsten Rundbrief unterstreicht das streitbare bayrische Institut seine unnachgiebige Forderung an den bayrischen Umweltminister,
Bayern zur gentechnikfreien Region zu erklären. In Hinblick auf die
völlig unverantwortlichen und gefährlichen Vorstöße der EU-Kommission bezüglich Aufweichung der Zulassungspraxis ist es ein Gebot der Stunde
eindeutige und wirksame Massnahmen zu setzen. Der Schutz der Bauern und der
Landwirtschaft muss bedingungslos Vorrang haben. Die Agrarkonzerne wittern Morgenluft. Nachdem die EU-Kommission in der vergangenen Woche die Genkartoffel Amflora genehmigt hat, droht jetzt ein Dammbruch. Nicht nur,
dass die BASF die Amflora in Deutschland und Tschechien auf die Äcker bringen will. Der Konzern hat auch schon Versuche mit anderen genveränderten Knollen im bayerischen Müttingen angekündigt.
So manche Bürokraten scheint es nicht zu kümmern, dass in Europa niemand die Amflora braucht und will. Die Kartoffel entstammt einer veralteten Genmanipulation aus den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts. Ausgerechnet der neue Gesundheits- und Verbraucherschutzkommissar, der Malteser John Dalli, ignoriert die Warnungen der Weltgesundheits-Organisation und erlaubt den Anbau und Verzehr einer Pflanze, die eine Resistenz gegen zentrale Antibiotika im Kampf gegen die Tuberkulose enthält.
Die Konkurrenz der BASF scharrt natürlich schon mit den Hufen. So zeigt sich der schweizerische Agrarchemieriese Syngenta nach eigenen Worten „hoffnungsvoll“, dass die Kommission nun auch seinen genveränderten Mais Bt11 zulässt.
Noch ist Bayern quasi gentechnikfrei, doch wir stehen am Scheideweg. Deshalb hat das Umweltinstitut München Umweltminister Markus Säder am vergangenen Freitag aufgefordert, Bayern endlich zur gentechnikfreien Region zu erklären und dem Netzwerk von über fünfzig gentechnikfreien Regionen in Europa beizutreten. Auf diese Weise würde Bayern ein Zeichen setzen gegen die Gen-Offensive der Industrie.
Ein gutes Beispiel ist die Schweiz : Der Schweizer Nationalrat hat einer
dreijährigen Verlängerung des Anbau-Moratoriums für genmanipulierte Pflanzen zugestimmt. Damit bleiben die Schweizer Äcker gentechfrei Was für eine in dieser Hinsicht verantwortungsvolle demokratische Kulturnation wie die Schweiz möglich ist, sollte für EU-Länder nur recht und billig sein.
Noch keine Kommentare zu diesem Artikel.
Selbst einen Kommentar verfassen oekonews übernimmt keine Verantwortung und Haftung für die Kommentare.
GastautorIn: Daniel Hackenberg für oekonews.
Artikel Online geschalten von: / holler /
Artikel senden Artikel drucken


